Monthly Archives: April 2015

Coaching

Der Coaching-Markt ist übervoll. Man hat den Eindruck, dass es für alle Lebenslagen Coaching gibt. Vom Aufsteh-Coach, über den Frühstücks-Coach resp. Ernährungs-Coach usw. . Wir enden beim Buisiness-Coach, Erotic-Coach etc. pp. . Was kann der Mensch eigentlich noch ohne Coach?
Ziemlich viel! Mensch sollte sich schon genau überlegen, welche individuellen Möglichkeiten, Kräfte, Ideen und Chancen – kurz Ressourcen in einem Menschen vorhanden sind, mit denen wir unser komplexes Leben durchweg über viele Jahre gestalten.
Wobei auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt Situationen, da kann es durchaus helfen, wenn man sich das Gegenüber eines erfahrenen, geschulten Coaches zu Hilfe holt um Klärung zu schaffen über die eigenen Ressourcen.

Das ganz normale Chaos der Liebe

Das Buch von Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim ist schon 35 Jahre alt und so aktuell wie eh und je.

Ulrich Beck ist ja leider gerade gestorben und das war für mich der Anlass, endlich einmal in das bekannte Buch zu gucken. Dort finden wir schon alles, was uns auch heute so beschäftigt:

So schreiben beide in der Einleitung angesichts der vielfachen Veränderungen im Paar-, Ehe-, Bezieungsleben:

„Was aber kommt nach der Familie, dem Ort der häuslich gewordenen Liebe? Die Familie! Anders, mehr, besser, die Verhandlungsfamilie, die Wechselfamilie, die Vielfamilie, die aus der Scheidung, Wiederverheiratung, Scheidung, aus Kindern deiner, meiner, unserer Familienvergangenheiten und -gegenwarten hervorgegangen ist; die Ausfaltung der Kleinfamilie, ihre Verzeitlichung, das bündnis der Vereinzelten…… ihre Verzärtelung und Überhöhung………..Liebe wird nötig wie nie zuvor und unmöglich gleichermaßen“  Beck, Beck-Gernsheim, 1990, S. 9).
Die Liebe ist in unseren Zeiten der einzige Grund für ein Paar zusammenzubleiben und Liebe ist flüchtig. Die Belastungen aber und die Sehnsucht nach Freiheit, Glück, Erfüllung sind riesengroß. In der Arbeitswelt die Forderung nach grenzenlosem Einsatz – zeitlich, räumlich, von der Intensität her. Das Handy sollte immer an sein, falls der Chef anruft, die Arbeitszeiten kennen keine Samstags- oder Sonntagszeiten mehr. Der alte Gewerkschaftsslogan: „Am Samstag gehört der Papi mir!“ entlockt nur mehr ein nostalgisches müdes Lächeln. Und auf der anderen Seite der Gegensatz zu Hause, wo Mitgefühl, Zeit füreinander, Solidarität gefordert sind. Dieser Spagat ist eine Überforderung für viele Paare. Viele geben dann sich die Schuld, wenn die Beziehung scheitert: im individuellen Bereich wird ausgekämpft, was aber eigentlich im gesellschaftlichen Bereich liegt.