Aufbruch in die Freiheit

So hiess ein Film, den das ZDF letzte Woche gesendet hat. Es ging um ein Paar, das infolge einer ungeplanten Schwangerschaft in eine massive Krise geriet. Deutlich wurde, wie sehr sich die gesellschaftliche und rechtliche Situation inzwischen geändert hat: Männer können ihren Ehefrauen heute nicht mehr verbieten, einer Berufstätigkeit nachzugehen. Es gibt das Schuldprinzip bei Trennungen nicht mehr. Schwangerschaftsabbrüche sind mit Einschränkungen möglich. Weder die Frauen, noch die Ärztinnen müssen heute jahrelang ins Gefängnis wegen eines Schwangerschaftsabbruches – sofern sie sich an die engen Regeln halten.

Leider gibt es nach wie vor Menschen, die es den Frauen (und damit auch oft den dazugehörigen Männern) so schwer wie möglich machen möchten: sie verbieten als Politiker die Information über Ärzte, sie bauen sich als sogenannte „Lebensschützer“ vor Beratungsstellen auf und spüren ÄrztInnen auf, die über ihr Angebot informieren. Sie verhindern es, dass Ärzte überhaupt Praxisräume finden können. So geschehen in Stuttgart. Und vor allem bemühen sie sich nach Kräften, den Betroffenen ein schlechtes Gewissen zu machen. Sie versenden im Internet erlogene Chats und Informationen, die einfach schlicht falsch sind. Indirekt wünschen sie sich wahrscheinlich die 70er Jahre zurück, wo es noch mit der Gleichberechtigung nicht weit her war. Sie stellen das werdende Kind, in ihren Worten das „Leben“ in den Mittelpunkt – nicht die Frau, die ja allein dieses Leben ans Licht der Welt bringen kann und die immer noch allzu häufig überwiegend dafür sorgt, dass es sich zu einem gesellschaftsfähigen sozialen Individuum entwickeln kann.

Das ist den Abtreibungsgegnern völlig egal.
Darum scheren sie sich nicht. In Frankreich können sie dafür gerichtlich belangt werden, wenn sie das Recht auf Schwangerschaftsabbruch versuchen zu sabotieren – sei es mit Mahnwachen vor ärztlichen Praxen oder Beratungsstellen, sei es mit falschen Informationen im Internet. Das würde ich mir hier auch wünschen!