Herbstgedanken

Der lange, heiße und trockene Sommer ist vorüber. Die einen sind traurig darüber und denken: Endlich mal richtig warm und sonnig; gut für die Seele! Die anderen sorgen sich eher um die Klimaveränderungen und den Stress, den die Dauerhitze für Pflanzen und Tiere bedeutet hat. Beides hat ja seine Richtigkeit. Jetzt jedenfalls kommt die Jahreszeit, in der wir wieder viel Zeit in Haus bzw Wohnung zubringen werden und wir der dort vorherrschenden Atmosphäre weniger gut ausweichen können: dicke Luft? Oha! Da hilft keine Flucht, da hilft nur: den Stier bei den Hörnern packen und das Gespräch suchen. Wo liegt etwas im Argen? Wo muss etwas geklärt werden? Wo sind wir uns fremd geworden? Was brauchst du jetzt? Was brauch ich jetzt? Wann nehmen wir uns Zeit dafür? Hoffentlich haben wir nicht allzu lange aufgeschoben, was mal gesagt werden müsste…… Das macht den Einstieg schwerer. Was sind dabei bewährte „Hausmittel“, die helfen können? Zu den guten Rezepten gehört die richtige Ansprache: d.h., es ist wichtig, nicht mit der Tür ins Haus zu fallen sondern einen günstigen Zeitpunkt zu finden. Es ist oft auch nützlich, vorher anzukündigen, dass es etwas zu besprechen gibt und Ort und Zeit zu vereinbaren. Wahrscheinlich haben alle Beteiligten schon Erfahrungen gemacht damit, was gut ankommt und womit mehr Ärger als nötig erzeugt wird. Bei schwierigen Themen kann es sein, dass nicht gleich eine Lösung gefunden wird oder sich schon viel Frust angesammelt hat. Dann kann es gut sein, das Gespräch nicht allzu lang auszudehnen. Lieber einen Punkt machen und erst mal verdauen. Dann zu einem anderen Zeitpunkt weiter reden. Manche möchten gerne unbedingt abends versöhnt ins Bett gehen können. Was aber, wenn das einfach nicht möglich ist z.B. weil Versöhnung nicht so einfach ist? Dafür kenne ich auch kein Patentrezept. Manchmal hilft es, sich dann erst mal auf sich selbst zurückzuziehen und die Wunden zu lecken. Oder auch mit jemand zu reden, der zuhört ohne gleich die ultimativen Tipps zu geben. Allerdings bloß nicht mit den eigenen Kindern, wenn es den Konflikt mit dem Vater oder der Mutter der Kinder gibt! Das ist tabu. Lieber mit jemand Außenstehendem, der oder die nicht unedingt etweas mit dem Konfliktpartner/-in zu tun hat.