Nettikette in der Beratungsarbeit

Das Wort stammt aus dem Umgang im sogenannten sozialen Netz. Ich finde es witzig und ja auch eine passende Bezeichnung. Man muss nun nicht immerzu nur „nett“ sein – das meine ich nicht. Aber auch nicht unhöflich, beleidigend und natürlich schon gar nicht abwertend.

Auch in der Beratungsarbeit gibt es Regeln im Umgang miteinander. Dazu gehört z.B. die Verabredung und die Einhaltung von Terminen. Dazu gehört auch, dass Termine abgesagt werden, wenn sie nicht eingehalten werden können. Und das auch möglichst rechtzeitig. Außerdem müssen abgesagte Termine bezahlt werden, wenn die Absagen zu spät kommen. Denn die Beraterin lebt ja von ihrer Arbeit. Sie (er natürlich auch) muss den Raum bezahlen, die Supervision bezahlen, die Krankenkasse, die Haftpflichtversicherung, die Fortbildungen etc etc – auch wenn die vereinbarten Termine kurzfristig abgesagt und nicht nachbesetzt werden können.

Zur Nettikette im Umgang gehört z.B. dann auch, nicht beleidigt zu sein, wenn die Beraterin dann  wirklich und wahrhaftig das Ausfallhonorar in Rechnung stellt, das vereinbart wurde!

Und  ganz wichtig ist es, sich zu verabschieden, wenn das Paar bzw. die KlientIn entschieden hat, die Beratung oder Therapie zu beenden. Das kann notfalls auch telefonisch geschehen. Besser und schöner ist es aber, ein Abschlussgespräch zu führen. Das ist für beide Seiten gut:

Für die Klienten, indem sie noch mal Revue passieren lassen: wie sind wir her gekommen? Was hat sich verändert? Wie haben wir das geschafft? Was hat geholfen während der Therapie? Das gibt Selbstvertrauen; „Wir schaffen es, auch aus einem Tief heraus zu kommen!“

Aber auch für die BeraterIn ist ein Abschlussgespräch gut und nützlich: was ist wie angekommen? Fühlten sich die KlientInnen unterstützt? Wodurch? Womit aber vielleicht auch nicht? Wie sehen die Klienten ihren Veränderungsweg? Habe ich sie wirklich verstanden?

Noch ein anderes Thema sind die Terminvereinbarungen: wegen der Schwierigkeit, sich telefonisch zu erreichen, gibt es öfters Terminwünsche bzw -vorschläge per AB, Mailbox, WhatsApp, sms oder Email. Ausgesprochen hilfreich und freundlich (aber auch wichtig) ist es, dann auch auf ein Terminangebot umgehend zu antworten und nicht tagelang damit zu zögern. Die BeraterIn/der Therapeut hat ja nicht nur einen Klienten sondern mehrere und muss jonglieren mit Terminen. Wenn ich dann großzügig oder auch leichtsinnig 3 Alternativen anbiete, dann ist klar, dass höchstens eine davon genommen wird. Die anderen werden dringend für andere Vereinbarungen gebraucht. Das kann ganz schön aufwendig und nervig werden, wenn dann mehrere Antworten längere Zeit ausstehen.

Zum Schluss aber: meistens klappt alles super! Da muss ich wirklich meine KlientInnen loben und mich herzlich für die meistens gute und verlässliche Zusammenarbeit bedanken!