Scheidungsrate auf dem Tiefststand seit 25 Jahren!

Am 10.07. hörte ich im Deutschlandfunk ein Interview dazu mit Wolfgang Krüger, Paartherapeut und natürlich auch Autor (diese Kombination: Beruf und AUTOR ist beim DLF extrem beliebt). Herr Krüger jedenfalls ist davon überzeugt, dass AUCH seine und andere Bücher zu diesem Erfolg beigetragen haben. Ja – Ratgeber werden heutzutage sehr gern gelesen, das stimmt.

Ich würde sehr gern hinter das Geheimnis der abnehmenden Scheidungsrate kommen und hoffe sehr, dass sich dahinter auch wirklich eine höhere Zufriedenheit der Paare, eine bessere Gesprächskultur und insgesamt ein liebevollerer, freundschaftlicher Umgang miteinander verbirgt. Tatsächlich müssen Paare ja weniger häufig aus wirtschaftlichen Gründen zusammen bleiben. Obwohl es auch das noch gibt: eine Scheidung ist teuer, das Leben wird deutlich teurer durch 2 Haushalte und womöglich weite Fahrten, um den Kontakt zu den Kindern zu halten. Nach wie vor verdienen viele Frauen nichts bis wenig während einer Ehe mit Kindern. Nach wie vor betrachten die meisten Paare es als Sache der Frauen, Karriereknick, völlige Aufgabe der beruflichen Tätigkeit trotz bester Ausbildung und keine Rentenansprüche mit der Kinderversorgung auf sich zu nehmen. Sehr selten sehe ich – übrigens nicht nur auf dem Lande –  Paare, die sich Kinderversorgung und Berufstätigkeit halbwegs paritätisch aufteilen.

Zurück zu der niedrigeren Scheidungsrate: Herr Krüger ist davon überzeugt, dass mehr Paare gelernt haben, Nähe und Abstand besser zu regulieren sowie die Balance zu halten zwischen sich ändern müssen (und vielleicht sogar wollen!) in der Partnerschaft und den anderen aber nicht ändern können. Die Paare wissen darum, wie wichtig eine breite gemeinsame Basis ist und dass es gut für sie  ist, sich mindestens 3 mal am Tag mindestens 90 Sekunden miteinander zu unterhalten.

Vielleicht hat er ja recht.